Wer bin ich?

Die Antwort auf diese Frage hat viel mit meiner Vergangenheit zu tun und ist sicherlich nicht schlüssig in einem Blogformat zu klären. Auch ist der Text in erster Linie für mich, ich bin also nicht sauer, wenn Ihr das nicht lesen wollt. Ich persönlich hasse lange Blogbeiträge!

Wer bin ich?

Also ich bin Stefan Hermann, geboren und aufgewachsen in Berlin. Die meisten Erinnerungen meiner Kindheit spielen sich allerdings in Luckenwalde und Gräbendorf ab. In Luckenwalde lebte mein Opa, meine Oma, meine Tante, mein Onkel, deren Tochter mit ihrem Mann und deren Sohn Rikki (Patrick). Rikki war ein Jahr älter als ich und natürlich war er mein bester Freund. Wir haben viel Zeit verbracht und Spiele gespielt, die ich auf keinen Fall im Blog preisgeben werde.

In Gräbendorf hatten wir unser Wochenendgrundstück. Nebenan wohnte Janine mit ihren Eltern. Meine erste große Liebe. Wir haben jede Minute mit einander verbracht und uns alle Geheimnisse erzählt.

In der Grundschule (6. Polytechnische Oberschule - Konstantin Eduardowitsch Ziolkowski) war ich von Anfang an in Steffi Hahn verliebt. Wir verbrachten viel Zeit miteinander und saßen im Unterricht zusammen. Dann wechselte Steffi auf eine Russisch-Schule. Meine neue Freundin war Julia Schäffer. Ich denke, wir waren bei weitem nicht so vertraut wie Steffi und ich, aber Julia war auch ein echt hübsches Mädchen. Dann kam die Wende und weder die Lehrer, noch die Schüler wussten, was sie davon zu halten hatten. Meine jetzige Freundin hieß Anja Richter. Ich wurde regelmäßig von unserem neuen Klassenkammeraden Oliver Gornig verprügelt und ließ den Frust regelmäßig an Marcel Beinlich raus (Es tut mir aufrichtig leid.). So wird von oben nach unten einfach durchgetreten. Charakterliche Schwächen sind schwer rauszubügeln.

Mit meiner Hauptschulempfehlung ging es dann ans Gymnasium. Die ersten zwei Wochen fehlte ich, da ich mit Verdacht auf Schädelbasisbruch im Krankenhaus lag. (Der einzige Mensch der Welt, der es schafft, eine Treppe hochzufallen.) Am besten ist es, in eine Situation zu kommen, in der sich schon alle zwei Wochen kennen und man der einzige Neue ist … was meinem Image neben den Mickymaus-Pullovern den Rest gab war eine Buchstütze, die die Form eines VW-Käfers hatte. Verordnet, um die verschobenen Nackenwirbel zu schonen, gab sie doch meinem sozialen Ansehen den Rest …

Freunde fand ich dann irgendwann und natürlich auch Feinde. Christian Baudisch: ich vergebe Dir alles! Ich habe keinen Hass mehr gegen Dich. Das gleiche gilt für Oliver (siehe oben). Mit der intellektuellen Aussiebung zum Ende der zehnten Klasse, konnte ich mich besser in den Verband einbringen und auch mein sozialer Status stieg. Ich hatte eine Freundin, verkehrte regelmäßig mit Grit im Jugendclub Linse und war Sänger einer Punkband (den Walkers!). Nach etlichen Versuchen, einen richtigen Weg für mich zu finden hatte ich es gelernt, auf die Meinung der anderen keinen Wert mehr zu legen. Der echte Aufstieg kam aber mit dem Sitzenbleiben in der Elften!

Neu in den Raum, ein paar Gestalten schon da: Ich bin Stefan und ich komme ab jetzt öfters. Mein Dr. Cooper-gelabelter Rucksack landete auf einer der Bänke und ich war wieder verschwunden. Kurz nach dem Unterrichtsklingeln war ich aber wieder da und von da an ging es Bergauf. Jeder liebte mich und alle fanden mich voll sexy. Besonders Linda, die eben in dieser Klasse war.

Ich wurde Chef von Schulfunk und Bezirksschülersprechervorsitzender-irgendwas … ich gründete meine eigene alternative Schulzeitung, stand während der Heavy Metall Partys meines Jugendclubs hinterm Tresen, war in der Videogruppe, kiffte ein ganzes Jahr durch und hörte damit von einem auf den anderen Tag auf, ich war mit mir ganz zufrieden.
Normaler Weise benötigt man für ein Abitur unter anderem 100 Punkte aus den drei schriftlichen und der einen Mündlichen Prüfung. Möglich sind dabei bis zu 280 oder so … sollte es bei einer schriftlichen Prüfung nicht so gut gelaufen sein, kann man dort auch noch eine mündliche machen, jedoch sind insgesamt höchstens drei mündliche Prüfungen erlaubt - ich musste also in drei mündliche Prüfungen.

Alle fanden am gleichen Tag statt und so war es wohl klar, dass ich am Tag davor noch mal eben in die Hefter gucken musste. Bei Christian Zacher angerufen und dann zum Lernen vorbeigefahren. Er hatte Bier da. Soviel zum lernen. Ich glaube, ich habe die Hefter noch nicht einmal aufgeschlagen … Linda hat mich dann am nächsten Tag in einen viel zu großen Anzug meines Papas gesteckt und dann ging es in die Schule.
Was soll ich lange drüber schreiben. Es waren dann in der Addition genau 100 Punkte und damit war der Weg zur Bundeswehr frei.

Die Grundausbildung eines Wehrpflichtigen ist die schönste Zeit im Leben des Soldaten - aber nur im Nachhinein. Dabei ist es mit Marschblasen, Erschöpfung und Kotzen verbunden, aber das Gehirn ist ja so geschnitzt, dass man sich nur an das Schöne erinnert. Der Rest der Dienstzeit ist zwar sehr beeinflussend, was die Gesprächsthemen nach der BW angeht, aber irgendwie unwichtig.

Dann kam der Moment, an dem das Dachgeschoss des Hauses meiner Eltern ausgebaut war (von Mario und mir) und mein Papa fragte, ob ich nicht mal ein bisschen arbeiten wollte. Also zu Randstat und Zeitarbeiter werden. Ich hatte da noch Glück. Ich kam bei einer Elektrofirma unter und lernte viel. Dann entschloss ich mich, Nachrichtentechnik zu studieren, meldete mich an und nach drei Semestern wieder ab. Das Bafögamt wollte kurz vorher die ganze Kohle wieder und somit hatte sich das dann auch erledigt. Wieder ging es zu Randstat.

Dieses Mal war es alles Andere als lustig. Ich habe den krassesten Scheiß gemacht, den ich je gemacht habe und dabei so viel Gehirnzellen und Selbstvertrauen zerschossen, dass ich immer noch eine Gänsehaut davon bekomme. Wenn es eine Zeit in meinem Leben gibt, die ich gerne streichen würde, dann die!

In der krassesten Phase schmiss ich den Scheiß nach Rücksprache mit Linda hin und bewarb mich für ein Praktikum als Mediengestalter. Nach einem Jahr begann die Ausbildung und nach drei weiteren Jahren war sie vorbei. Ich war Klassensprecher, bekam überall Einsen und fast jeder konnte mich gut leiden. Ich lernte Denis, Anja und Daniel kennen und gründete auch hier eine Schulzeitung.

Dann war meine Ausbildung fertig und ich überlegte, was ich studieren will … die Entscheidung ist noch nicht gefallen, aber ich habe scheinbar die Möglichkeit Interface-Designer oder Kommunikationsdesigner zu werden.

Zurück zum Thema: Wer bin ich?

Ich bin Stefan. Ich habe Ideale, die sich wie Prägungen auf französischen Münzen lesen: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Ich führe eine offene Ehe. Vertrauen und Treue stehen dabei nicht im Wiederspruch sondern bilden die Grundlage unserer Beziehung. Ich bin Webmaster des Kuschelblogs, einer Sextippseite und versuche mich ständig weiter zu verbessern. Ich glaube an eine positive Zukunft der Menschheit und an die Erschließung neuer Lebensräume im Weltall. Ich bin Stefan, nicht mehr und nicht weniger.

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Autor: Stefan
Datum: Mittwoch, 11. Juli 2007 12:41
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23 Kommentare

  1. 1

    Klingt nach einem sehr ehrlichen und offenen Rückblick, der keinesfalls die unangenehmen Seiten auslässt. Da gehört viel Selbstbewusstsein dazu, das so einfach in die Öffentlichkeit zu tragen.

    Und letztlich führt das alles zu einem Schluss: Du bist Stefan. Und das ist eigentlich viel mehr als man in so ein paar Worten sagen kann.

  2. 2

    Ich bin sehr glücklich, dass Du Stefan bist und so bist wie Du bist!!!

  3. 3

    Hast Du noch Aufnahmen von den Walkers?
    Ich schick Dir dann auch welche von “Die Gruppe Karacho” (ca. 1985) und
    “Der gute Ton” (1989 - 2000).

  4. 4

    @Thies: Klar, aber noch auf VHS. Ich werde das mal digitalisieren und sag Dir dann bescheid. Auf Die Gruppe Karacho und Der gute Ton bin ich schon sehr gespannt. Hast Du auch gesungen?

  5. 5

    und ich durfte so viel davon miterleben! also, zumindest die zeit zwischen oliver gornig und abi, na ja, zumindest kurz davor. was macht denn eigentlich grit?

  6. 6

    @Antje: Ja, Du durftest meine Omega-Phase miterleben …

    Grit ist in in München Krankenschwester und kommt schon über die Runden. Sie hat einen festen Freund und ich glaube, ihr geht es gut.

  7. 7

    Sehr toller Beitrag :)
    Scheinst ja ein interessantes Leben geführt zu haben =)

  8. 8

    @Sven: Das glaube ich auch manchmal ;) aber es ist ja noch nicht vorbei. Ich musste nur mal klären, wer ich bin, damit ich weiß, in welche Richtung ich will. Bin mit der Zielsetzung aber noch nicht ganz fertig :) Schreib ich aber drüber, wenn ich so weit bin – versprochen.

  9. 9

    @Sven: Hast Du Deinen Blog dicht gemacht?

  10. 10

    Ja hab ich ^^’
    Meine Eltern fanden den Anfang nicht so lustig… und ich dacht mir bevor die erkennen woher die ganzen Fehlstunden kommen (”Heute mit Kevin Billarden..war interessanter als Chemie”) lösch ich den lieber..

    Vielleicht blog ich mal wieder weiter.. je nach Lust und Laune :)

  11. 11

    @Sven: Schade, aber absolut verständlich. Ich überlege auch von Zeit zu Zeit, ob ich anonym irgendwo bloggen sollte … so zensiert man sich irgendwie ja doch.

  12. 12

    Bei mir haben sich die Einträge schon rapide verändert als ich rausgefunden hab, dass gut die Hälfte meiner Stufe meinen Blog liest - peinlich war’s als ich direkt damit konfrontiert wurde, mitten im Unterricht bei ‘nem Referat:

    “Jetzt beginnt, so wie Sven sagen würde, der ‘bilinguale Teil des Unterrichts’”

    Die hat so ‘nen extremen russischen Akzent und da hab ich mal von deutsch-russischem Chemieunterricht geschrieben… naja, da muss man dann zu seinen Worten stehen und mit ‘nem Lächeln die Situation meistern ^^

  13. 13

    Sorry, wenn ich das so direkt sage, aber es sollte einem schon bewusst sein, dass das, was man ins Netz schreibt, jeder(!) lesen kann. Natürlich ganz besonders, wenn man nicht anonym bloggt (was ja in Deutschland rechtlich quasi unmöglich ist).

  14. 14

    @Henning: Solang ich das nicht wusste, war’s mir auch egal ;D
    Es ist halt nur das kleine Männchen im Hinterkopf, welches dich dran erinnert..
    Und bei einigen war’s mir auch recht egal, nur bei denen, mit denen ich weniger zu tun hab hats mich überrascht.

  15. 15

    Also das Content im Internet allgemein zugänglich ist, ist schon klar, aber auch ich wundere mich oft, wer alles meinen Blog verfolgt und was Leute über mich so wissen.

    Kotzt mich auch manchmal wirklich an, kann ich aber nicht ändern. Und ein wirkliches Bild von mir kann dieser Blog irgendwie auch nicht liefern. Mal sehen, ob ich das mal ändern werde. Habe nur das Gefühl, dass sich damit auch im echten Leben viel ändern würde.

  16. 16

    Klar, wundern tu ich mich da auch immer wieder. Aber schreiben muss ich eben mit dem Bewusstsein, dass es jeder, jeder, jeder lesen kann. Meine Eltern, meine Kommilitonen, mein Professor, mein Arbeitgeber, potentielle oder ehemalige Freundinnen oder auch die Person(en) über die ich schreibe.

    Wenn ich es dann immer noch schreibe, also auch dazu stehen kann, wenn die betreffende Person mich darauf anspricht, dann ist es okay. Sonst sollte man es lieber sein lassen.

    Aber ich hab auch aus genau den Gründen schon über nen anonymen Blog nachgedacht und zwar in zwei Varianten:
    - nur enge Freunde wissen, dass ich das bin
    - niemand weiß, dass ich das bin

    Aber ganz sicher kann man sich nie sein. Man müsste auch so schreiben, dass jemand, der mich kennt und zufällig auf die Seite gerät, nicht merkt, dass ich das bin. Außerdem sollte ich natürlich im perfekten Fall die Seite auch nicht in meiner History im Browser haben und schon gar nicht die Zugangsdaten per Cookie speichern.

    Das schlimmste wäre doch, wenn ein Blog, der mit der Anonymität im Hinterkopf geschrieben wurde, irgendwann öffentlich wird.

  17. 17

    @Henning: Da hast Du wirklich recht. Wenn das dann doch rauskommt, gibt es echt Ärger. Also leider kann man irgendwie doch nicht immer zu seiner Meinung stehen, wie man will. Meine Meinung würde echt viele Menschen zu tiefst verletzten und das will ich irgendwie auch nicht (immer).

    Ich glaube, diese Gedanken hatten wir doch schon mal in Deinem Blog, oder? Da ging es um Blogzensur wenn ich mich richtig dran erinnere …

  18. 18

    Hm, kann sein. Kann mich aber gerade nicht mehr erinnern.

  19. 19

    Ach ja, und dass man nicht will, dass das jeder liest, muss ja nicht unbedingt damit zu tun haben, dass man denen die Meinung nicht ins Gesicht sagen will. Kann ja auch damit zusammenhängen, dass man manche privaten Dinge einfach nicht öffentlich haben will - jedenfalls nicht in Verknüpfung mit sich.

    Jetzt nur mal fiktiv: Vielleicht will man ja was über nen Streit mit der Freundin, den Eltern oder einem guten Freund bloggen und will dazu mal ein paar andere Meinungen hören. Vielleicht auch gerade von Leuten, die einen nicht kennen. Das heißt aber noch lange nicht, dass ich will, dass die ganze Welt von meinem Streit erfährt. Das soll ruhig schön intern bleiben.

  20. 20

    @Henning: Das ist ein gutes Beispiel, aber ich glaube, dass sowas schwer möglich sein wird. Man müsste alle Namen ändern und sich eine dicke Exel-Tabelle anlegen, um die Übersicht nicht zu verlieren.

    Ich hätte gern so einen Blog, aber wohl zu viel Angst davor, dass er bekannt würde. Ich finde schon, dass Blogs einem sehr weiterhelfen können, wenn man im Zweifel ist.

  21. 21

    #No. 4 / Stefan.
    Nur gesungen. Ich kann kein Instrument und beneide jeden darum.
    (Ich muss gleich mal gucken, ob ich deine emailadresse finde.

  22. 22

    @Thies: Naja, Instrument kannst ja noch lernen, wenn Du willst. Ich hab mit Gitarre nur angefangen, weil singen allein irgendwie komisch klang.

    Eine Frau mit Gitarre, die ich auf Malle angequatschthabe antwortete auf den Spruch: »Oh, you are a gitarist.« mit den goldenen Worten: »No, I’m a singer, who plays guitar – that’s a difference«.

    Meine Emailadresse ist übrigens: info@stefan-hermann.info - bin schon voll gespannt.

  23. 23

    [...] River Plate Argentina Football Blog - River Plate wrote an interesting post today onHere’s a quick excerpt Die Antwort auf diese Frage hat viel mit meiner Vergangenheit zu tun und ist sicherlich nicht schlüssig in einem Blogformat zu klären. Auch ist der Text in erster Linie für mich, ich bin also nicht sauer, wenn Ihr das nicht lesen wollt. Ich persönlich hasse lange Blogbeiträge! Wer bin ich? Also ich bin Stefan Hermann, geboren und aufgewachsen in Berlin. Die meisten Erinnerungen meiner Kindheit spielen sich allerdings in Luckenwalde und Gräbendorf ab. In Luckenwalde lebte mein Opa, meine Oma, [...]

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