Mittwoch, 11. Juli 2007 12:41
Die Antwort auf diese Frage hat viel mit meiner Vergangenheit zu tun und ist sicherlich nicht schlüssig in einem Blogformat zu klären. Auch ist der Text in erster Linie für mich, ich bin also nicht sauer, wenn Ihr das nicht lesen wollt. Ich persönlich hasse lange Blogbeiträge!
Wer bin ich?
Also ich bin Stefan Hermann, geboren und aufgewachsen in Berlin. Die meisten Erinnerungen meiner Kindheit spielen sich allerdings in Luckenwalde und Gräbendorf ab. In Luckenwalde lebte mein Opa, meine Oma, meine Tante, mein Onkel, deren Tochter mit ihrem Mann und deren Sohn Rikki (Patrick). Rikki war ein Jahr älter als ich und natürlich war er mein bester Freund. Wir haben viel Zeit verbracht und Spiele gespielt, die ich auf keinen Fall im Blog preisgeben werde.
In Gräbendorf hatten wir unser Wochenendgrundstück. Nebenan wohnte Janine mit ihren Eltern. Meine erste große Liebe. Wir haben jede Minute mit einander verbracht und uns alle Geheimnisse erzählt.
In der Grundschule (6. Polytechnische Oberschule - Konstantin Eduardowitsch Ziolkowski) war ich von Anfang an in Steffi Hahn verliebt. Wir verbrachten viel Zeit miteinander und saßen im Unterricht zusammen. Dann wechselte Steffi auf eine Russisch-Schule. Meine neue Freundin war Julia Schäffer. Ich denke, wir waren bei weitem nicht so vertraut wie Steffi und ich, aber Julia war auch ein echt hübsches Mädchen. Dann kam die Wende und weder die Lehrer, noch die Schüler wussten, was sie davon zu halten hatten. Meine jetzige Freundin hieß Anja Richter. Ich wurde regelmäßig von unserem neuen Klassenkammeraden Oliver Gornig verprügelt und ließ den Frust regelmäßig an Marcel Beinlich raus (Es tut mir aufrichtig leid.). So wird von oben nach unten einfach durchgetreten. Charakterliche Schwächen sind schwer rauszubügeln.
Mit meiner Hauptschulempfehlung ging es dann ans Gymnasium. Die ersten zwei Wochen fehlte ich, da ich mit Verdacht auf Schädelbasisbruch im Krankenhaus lag. (Der einzige Mensch der Welt, der es schafft, eine Treppe hochzufallen.) Am besten ist es, in eine Situation zu kommen, in der sich schon alle zwei Wochen kennen und man der einzige Neue ist … was meinem Image neben den Mickymaus-Pullovern den Rest gab war eine Buchstütze, die die Form eines VW-Käfers hatte. Verordnet, um die verschobenen Nackenwirbel zu schonen, gab sie doch meinem sozialen Ansehen den Rest …
Freunde fand ich dann irgendwann und natürlich auch Feinde. Christian Baudisch: ich vergebe Dir alles! Ich habe keinen Hass mehr gegen Dich. Das gleiche gilt für Oliver (siehe oben). Mit der intellektuellen Aussiebung zum Ende der zehnten Klasse, konnte ich mich besser in den Verband einbringen und auch mein sozialer Status stieg. Ich hatte eine Freundin, verkehrte regelmäßig mit Grit im Jugendclub Linse und war Sänger einer Punkband (den Walkers!). Nach etlichen Versuchen, einen richtigen Weg für mich zu finden hatte ich es gelernt, auf die Meinung der anderen keinen Wert mehr zu legen. Der echte Aufstieg kam aber mit dem Sitzenbleiben in der Elften!
Neu in den Raum, ein paar Gestalten schon da: Ich bin Stefan und ich komme ab jetzt öfters. Mein Dr. Cooper-gelabelter Rucksack landete auf einer der Bänke und ich war wieder verschwunden. Kurz nach dem Unterrichtsklingeln war ich aber wieder da und von da an ging es Bergauf. Jeder liebte mich und alle fanden mich voll sexy. Besonders Linda, die eben in dieser Klasse war.
Ich wurde Chef von Schulfunk und Bezirksschülersprechervorsitzender-irgendwas … ich gründete meine eigene alternative Schulzeitung, stand während der Heavy Metall Partys meines Jugendclubs hinterm Tresen, war in der Videogruppe, kiffte ein ganzes Jahr durch und hörte damit von einem auf den anderen Tag auf, ich war mit mir ganz zufrieden.
Normaler Weise benötigt man für ein Abitur unter anderem 100 Punkte aus den drei schriftlichen und der einen Mündlichen Prüfung. Möglich sind dabei bis zu 280 oder so … sollte es bei einer schriftlichen Prüfung nicht so gut gelaufen sein, kann man dort auch noch eine mündliche machen, jedoch sind insgesamt höchstens drei mündliche Prüfungen erlaubt - ich musste also in drei mündliche Prüfungen.
Alle fanden am gleichen Tag statt und so war es wohl klar, dass ich am Tag davor noch mal eben in die Hefter gucken musste. Bei Christian Zacher angerufen und dann zum Lernen vorbeigefahren. Er hatte Bier da. Soviel zum lernen. Ich glaube, ich habe die Hefter noch nicht einmal aufgeschlagen … Linda hat mich dann am nächsten Tag in einen viel zu großen Anzug meines Papas gesteckt und dann ging es in die Schule.
Was soll ich lange drüber schreiben. Es waren dann in der Addition genau 100 Punkte und damit war der Weg zur Bundeswehr frei.
Die Grundausbildung eines Wehrpflichtigen ist die schönste Zeit im Leben des Soldaten - aber nur im Nachhinein. Dabei ist es mit Marschblasen, Erschöpfung und Kotzen verbunden, aber das Gehirn ist ja so geschnitzt, dass man sich nur an das Schöne erinnert. Der Rest der Dienstzeit ist zwar sehr beeinflussend, was die Gesprächsthemen nach der BW angeht, aber irgendwie unwichtig.
Dann kam der Moment, an dem das Dachgeschoss des Hauses meiner Eltern ausgebaut war (von Mario und mir) und mein Papa fragte, ob ich nicht mal ein bisschen arbeiten wollte. Also zu Randstat und Zeitarbeiter werden. Ich hatte da noch Glück. Ich kam bei einer Elektrofirma unter und lernte viel. Dann entschloss ich mich, Nachrichtentechnik zu studieren, meldete mich an und nach drei Semestern wieder ab. Das Bafögamt wollte kurz vorher die ganze Kohle wieder und somit hatte sich das dann auch erledigt. Wieder ging es zu Randstat.
Dieses Mal war es alles Andere als lustig. Ich habe den krassesten Scheiß gemacht, den ich je gemacht habe und dabei so viel Gehirnzellen und Selbstvertrauen zerschossen, dass ich immer noch eine Gänsehaut davon bekomme. Wenn es eine Zeit in meinem Leben gibt, die ich gerne streichen würde, dann die!
In der krassesten Phase schmiss ich den Scheiß nach Rücksprache mit Linda hin und bewarb mich für ein Praktikum als Mediengestalter. Nach einem Jahr begann die Ausbildung und nach drei weiteren Jahren war sie vorbei. Ich war Klassensprecher, bekam überall Einsen und fast jeder konnte mich gut leiden. Ich lernte Denis, Anja und Daniel kennen und gründete auch hier eine Schulzeitung.
Dann war meine Ausbildung fertig und ich überlegte, was ich studieren will … die Entscheidung ist noch nicht gefallen, aber ich habe scheinbar die Möglichkeit Interface-Designer oder Kommunikationsdesigner zu werden.
Zurück zum Thema: Wer bin ich?
Ich bin Stefan. Ich habe Ideale, die sich wie Prägungen auf französischen Münzen lesen: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit. Ich führe eine offene Ehe. Vertrauen und Treue stehen dabei nicht im Wiederspruch sondern bilden die Grundlage unserer Beziehung. Ich bin Webmaster des Kuschelblogs, einer Sextippseite und versuche mich ständig weiter zu verbessern. Ich glaube an eine positive Zukunft der Menschheit und an die Erschließung neuer Lebensräume im Weltall. Ich bin Stefan, nicht mehr und nicht weniger.