Das Gautschfest

gegautschtNach alter Tradition geht es dabei also darum, den Auszubildenden der Berufe der »schwarzen Kunst« (Druckerhandwerk etc.) die Flausen und Fehler der Lehrzeit abzuwaschen.
Da im Leben das Wetter eine wichtige Rolle spielt und der Tag mit nieselregen und mittelgrauer Himmelfarbe extrem ungemütlich aussah, möchte ich hier die Hilfe von oben (denke ich jetzt mal) besonders lobend erwähnen. Wenn es ihn gibt, hat er an diesem Tag wirklich zur rechten Zeit mit dem Finger in die Wolkenmassen geditscht und das gesamte Fest über die Sonne scheinen lassen. (Übrigens gab es direkt danach Knallwitter und dicken Regen).
Also … Der Gautschmeister (in mittelalterlicher Tracht) verlas also seinen Text und wir mussten uns Klassenweise aufstellen. Die Gautschhelfer, deren Aufgabe darin bestand, jeden Azubi einzeln ins Wasser zu werfen, stellten sich dazu und sahen in ihrer Schwarz-Weißen-Kleidung eher bedrohlich aus. Klassenweise wurden nun also die Lehrlinge in das Gauschbecken (zu früheren Zeiten entweder um Lumpen auszuwaschen oder um Papier aufzulösen benutzt) geworfen. Ein Blick zu Daniel und es war klar: Flucht! Als unsere Klasse aufgerufen wurde nahmen wir also die Beine in die Hand und rannten quer über den Schulhof. Die Gautschhelfer folgten uns auf dem Fuße und gebremst durch das eine oder andere Bier in meinem Magen war ich schnell gefasst und wurde von drei der Herren zum Gautschbecken getragen - plumps , war es auch schon vorbei für mich. Gleich darauf platschte auch Daniel auf der Wasseroberfläche auf und versank in der Flüssigkeit.
Das konnten wir natürlich nicht auf uns sitzen lassen und eine kleine Weile später viel also der erste Gautschhelfer ins Wasser. Durch unsere Hand sollten dann noch fünf weitere Gauschhelfer seinem Beispiel folgen. Insgesamt würden natürlich auch alle anderen Gautschhelfer gegautscht. Besonders in Erinnerung ist mir noch die nette Gautschhelferin, die neben dem Becken stand und den “Hier-Noch-Etwas-Wasser-In-Die-Nase”-Schlauch hilet, und die begründet durch ihr Körpergewicht besonders leicht ins Wasser glitt. Als wir uns den alten Gautschmeister vorknüpfen wollte kam aber ein nasser Gautschhelfer und meinte: “Der Gautschmeister wird nicht gegautscht.” Und irgendwie klang das, als ob man das respektieren sollte. Das haben wir dann auch gemacht.
WAHNSINN! War das ein lustiges Spektakel. So was sollte man öfter machen! Nächstes Jahr bringe ich wieder Wechselklamotten mit. Ich möchte hier mal allen ein dickes Dankeschön sagen, die am Fest beteiligt waren. Das war wirklich der Hammer und wir sehen uns wie gesagt in 364 Tagen wieder - spätestens.
Und weil auch ich Web 2.0 bin, sind hier mal die Fotos in der flickr-Group (Webgalerie mit der Möglichkeit, selber Fotos hochzuladen und zu diskutieren). Ich denke mal die Veröffentlichung ist IO, da die Veranstaltung ja öffentlich war und jeder davon ausgehen musste, geknipst zu werden. Wer trotzdem damit ein Problem hat, soll bescheid sagen. Ich kümmere mich dann drum. (Hier zum meckern hinschreiben: info@stefan-hermann.info.).

Also: Fotos hier!

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Autor: Stefan
Datum: Samstag, 26. August 2006 11:17
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Ein Kommentar

  1. 1

    die fotos sin leider wech oder?

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